Bund für Geistesfreiheit Schweinfurt
Der Bund für Geistesfreiheit Schweinfurt K.d.ö.R. (Kurzbezeichnung bfg Schweinfurt) ist eine freigeistig orientierte Körperschaft des öffentlichen Rechts und gehört dem bfg Bayern an. Die Ursprünge des Bundes für Geistesfreiheit reichen bis zur Deutschen Revolution von 1848 zurück. Frühere Bezeichnungen des bfg Bayern waren "Freireligiöse Landesgemeinde Bayern K.d.ö.R" und "Freigeistige Landesgemeinschaft Bayern (FLGB) K.d.ö.R". Während der NS-Zeit war diese Körperschaft – im Unterschied zu den christlichen Kirchen – verboten.
Ziele
Das erklärte Ziel des bfg ist die Interessenvertretung der konfessionsfreien Bürger, also Menschen, die keiner Kirche angehören. Diese machen rund 15 Prozent der Bevölkerung Bayerns aus. Insbesondere vertritt er Menschen mit freigeistiger, agnostischer, humanistischer oder atheistischer Weltanschauung. Der bfg Schweinfurt ist dogmenfrei, humanistisch, demokratisch und überparteilich. Wir stehen für die Grundwerte Selbstbestimmung, Toleranz, Vernunft und Humanität als Mitmenschlichkeit. Wir orientieren uns an den Grundsätzen der Aufklärung und des Humanismus und fordern eine konsequente Trennung von Staat und Kirche. Ein wichtiges Anliegen ist uns, die Privilegien der Kirchen abzubauen. Statt dessen sollen sich religiöse und weltanschauliche Vereinigungen allein aus den Beiträgen und Spenden ihrer Mitglieder finanzieren, wie z.B. in den USA oder im System der laïcité (Laizismus) in Frankreich.
Organisation
Der bfg Bayern gehört dem Dachverband freier Weltanschauungsgemeinschaften e.V. an sowie der Vereinigung Internationale Humanistische und Ethische Union (IHEU), die eine beratende Stimme in der UNO, der UNESCO und im Europarat hat. Mehrere Regionalgliederungen des bfg Bayern sind, ebenso wie der bfg Erlangen, Mitglied im Internationalen Bund der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA). Der bfg Bayern hat Mitgliedsorganisationen in Augsburg, Fürth, Kulmbach/Bayreuth, München, Neuburg/Ingolstadt, Regensburg und Schweinfurt. In Nürnberg war er bis 2007 durch den Humanistischen Verband (HVD) Nürnberg (ehemals bfg Nürnberg) repräsentiert. Im Unterschied zum bfg Bayern lehnt der bfg Erlangen den Status der Körperschaft des öffentlichen Rechts ab, weil er es als eine Abweichung vom Ziel der Trennung von Kirche und Staat ansieht. Er ist deshalb seit 1996 nicht mehr Mitglied des bfg Bayern und hat sich daraufhin als eingetragener Verein konstituiert.
Wirken
Viermal im Jahr erscheint die "Freigeistige Rundschau", eine Publikation des bfg Bayern. Im Bayerischen Rundfunk bestreitet der bfg Bayern regelmäßig alle 6 Wochen sonntägliche Rundfunkvorträge. Mitgliedsbeiträge und Spenden an den bfg Schweinfurt und an den bfg Bayern sind aufgrund der anerkannten Gemeinnützigkeit steuerlich absetzbar.
Ludwig-Feuerbach-Preis
Der vom bfg Augsburg gestiftete Ludwig-Feuerbach-Preis ist nach Ludwig Andreas Feuerbach benannt. Der Preis wurde im Jahr 2001 anlässlich des 90-jährigen Bestehens des Bundes für Geistesfreiheit Augsburg (bfg Augsburg) ins Leben gerufen. Er ist mit 5.000 € dotiert. Nach der Vorstellung des Vorsitzenden des bfg Augsburg, Gerhard Rampp, ist der Preis „eine Würdigung des anderen Augsburg, das mit Schubart, Johann Most oder Bertolt Brecht einige freie Geister hervorgebracht habe. Zudem ergänze der Preis das kulturelle und weltanschauliche Spektrum der Stadt, auch angesichts der Tatsache, dass der bekannte Augsburger Friedens-Preis zwar von der Stadt dotiert, de facto aber von der evangelischen Kirche verliehen werde“.
Preisträger
2001: Karlheinz Deschner
2004: Franz Buggle
2008: Norbert Hoerster